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Strickmaschen gleichmäßig halten lernen mit 7 Tipps

vor 11 Minuten
5 Min. Lesezeit

Ein Bündchen ist fertig, doch die Maschen sehen mal eng, mal locker aus? Das passiert fast allen am Anfang. Strickmaschen gleichmäßig halten lernen bedeutet nicht, besonders fest zu stricken. Es geht darum, Garnspannung, Bewegung und Material so aufeinander abzustimmen, dass jede neue Masche ungefähr dieselbe Größe bekommt. Mit wenigen gezielten Übungen wird Ihr Strickbild schnell ruhiger - ganz ohne teures Spezialzubehör.

Warum Maschen unterschiedlich groß werden

Unregelmäßige Maschen entstehen selten, weil Ihnen das Stricken grundsätzlich nicht liegt. Meist wechselt die Spannung des Fadens: Bei einer Masche ziehen Sie kräftig an, bei der nächsten lassen Sie den Faden zu locker laufen. Häufig passiert das an Reihenanfängen, nach kleinen Pausen oder wenn Sie besonders genau hinschauen und dadurch verkrampfen.

Auch Garn und Nadeln spielen mit. Sehr glattes Baumwollgarn zeigt jede ungleichmäßige Masche deutlich. Flauschige Wolle kann kleine Unterschiede dagegen optisch ausgleichen. Bei einer Nadel, die nicht gut zur Garnstärke passt, wird es ebenfalls schwieriger: Zu dünne Nadeln machen das Gestrick fest und anstrengend, zu dicke Nadeln fördern große, lockere Schlaufen.

Die gute Nachricht: Gleichmäßigkeit ist keine Frage von Talent, sondern von Wiederholung. Sie müssen Ihren Händen nur eine Bewegung beibringen, die sich entspannt wiederholen lässt.

7 Tipps, um Strickmaschen gleichmäßig zu halten

1. Faden immer auf dieselbe Weise führen

Entscheiden Sie sich für eine Fadenführung, die sich bequem anfühlt, und bleiben Sie eine Weile dabei. Beim Stricken mit der rechten Hand läuft der Arbeitsfaden oft über oder um den rechten Zeigefinger. Beim Stricken mit der linken Hand wird er in der Regel mit der linken Hand gehalten. Beide Methoden funktionieren - wichtig ist nicht, welche Sie wählen, sondern dass der Faden nicht bei jeder Reihe anders geführt wird.

Legen Sie den Faden so um die Finger, dass er leicht nachrutschen kann. Er soll nicht festgeklemmt sein. Wenn Sie ihn nur mit den Fingerspitzen kontrollieren, wird die Spannung meist unruhig. Liegt er dagegen stabil über dem Finger und wird locker von der Hand geführt, entsteht ein gleichmäßiger Zug.

2. Nicht an jeder Masche festziehen

Viele Anfänger ziehen den Arbeitsfaden nach jeder Masche kräftig an. Das wirkt zunächst ordentlich, macht die Maschen aber oft zu klein. In der nächsten Reihe müssen Sie stärker ziehen, um in die Masche einzustechen. Daraus entsteht ein Kreislauf aus festem Stricken und müden Händen.

Stricken Sie die neue Masche, lassen Sie sie auf der rechten Nadel liegen und ziehen Sie den Faden höchstens leicht an. Die Nadelstärke gibt die Größe der Masche vor. Vertrauen Sie deshalb darauf, dass die Schlaufe um die Nadel genügend Platz bekommt. Besonders bei glattem Garn sehen Sie den Unterschied schon nach wenigen Reihen.

3. Arbeiten Sie mit ruhigem Rhythmus

Schnelligkeit kommt später. Für ein gleichmäßiges Maschenbild hilft zunächst ein ruhiger Ablauf: einstechen, Faden holen, Schlaufe durchziehen, alte Masche abheben. Wenn jede Masche dieselbe Bewegung bekommt, wird auch ihre Größe ähnlicher.

Machen Sie nach einigen Reihen kurz Halt und lockern Sie Schultern, Hände und Kiefer. Klingt nebensächlich, ist aber praktisch: Wer die Hände verkrampft, zieht den Faden stärker an. Gerade beim Fernsehen, Telefonieren oder in einer unruhigen Umgebung verändert sich das Tempo oft unbemerkt. Für Übungsstücke lohnt es sich, zehn Minuten ganz bewusst und ohne Ablenkung zu stricken.

4. Lassen Sie die Nadeln die Arbeit machen

Achten Sie darauf, wo die neue Masche auf der rechten Nadel entsteht. Sie sollte auf dem glatten Teil der Nadel liegen, nicht direkt an der Spitze. Wenn Sie Maschen immer sehr eng an der Nadelspitze bilden, werden sie kleiner und lassen sich später schwer abstricken.

Schieben Sie die Maschen nach dem Stricken locker auf den Nadelschaft. Besonders bei Holz- oder Bambusnadeln kann das helfen, weil das Garn dort etwas mehr Halt hat. Metallnadeln sind glatter und eignen sich gut, wenn Sie sehr fest stricken. Welche Variante besser passt, hängt von Ihrer Hand und vom Garn ab. Probieren ist hier sinnvoller als stur bei einer Nadelart zu bleiben.

5. Wählen Sie ein Garn, das Fehler nicht unnötig betont

Für die ersten Übungen eignet sich ein mitteldickes, glattes Garn in einer hellen Farbe. Sie erkennen jede Masche gut und können sehen, wie sich die Spannung entwickelt. Sehr dunkles Garn, Fransengarn oder extrem feine Wolle machen die Kontrolle schwerer, auch wenn sie später schöne Ergebnisse liefern.

Ein günstiges Übungsgarn ist völlig ausreichend. Sie brauchen kein besonderes Luxusmaterial, um Ihre Technik zu verbessern. Praktisch sind Wollreste oder ein preisbewusstes Standardgarn, das sich mehrfach auftrennen lässt. Wählen Sie dazu Nadeln in der empfohlenen Stärke. Ist Ihr Gestrick auffällig fest, testen Sie probeweise eine halbe oder ganze Nadelstärke größer.

6. Kontrollieren Sie nicht jede einzelne Masche

Wer dauernd prüft, ob die nächste Masche genauso aussieht wie die vorherige, verliert schnell den natürlichen Bewegungsfluss. Besser ist es, nach etwa zehn bis zwanzig Maschen kurz auf das Gesamtbild zu schauen. Kleine Unterschiede gehören dazu und verschwinden bei vielen Garnen nach dem Waschen oder Spannen teilweise von selbst.

Sehen Sie dagegen einzelne sehr große Schlaufen, prüfen Sie zuerst Ihre Handhaltung. Häufig wird der Faden beim Umgreifen kurz zu locker gelassen. Eine auffällige, zu große Masche können Sie vorsichtig in die benachbarten Maschen verteilen: Ziehen Sie dafür nur minimal am Arbeitsfaden und an den umliegenden Schlaufen. Starkes Zerren verzieht das Gestrick eher noch mehr.

7. Üben Sie gezielt mit einem kleinen Musterstück

Ein Schalprojekt mit vielen hundert Maschen ist nicht der beste Ort, um eine neue Spannung zu trainieren. Stricken Sie lieber ein kleines Quadrat mit etwa 20 Maschen und 20 Reihen. Verwenden Sie ausschließlich rechte Maschen, damit Sie sich auf die Fadenhaltung konzentrieren können.

Nach jeder fünften Reihe legen Sie das Stück flach hin. Schauen Sie nicht nur auf einzelne Maschen, sondern auf die Reihen als Ganzes: Werden sie nach oben enger? Dann ziehen Sie wahrscheinlich zunehmend fester. Werden die letzten Reihen breiter? Dann lassen Sie im Verlauf der Arbeit mehr Faden locker. Diese Beobachtung zeigt Ihnen sehr konkret, was Ihre Hände tun.

Strickmaschen gleichmäßig halten lernen: Ein kurzer Übungsplan

Nehmen Sie sich an drei oder vier Tagen jeweils 15 Minuten Zeit. Am ersten Tag stricken Sie langsam und achten nur auf die Fadenführung. Am zweiten Tag konzentrieren Sie sich darauf, den Faden nach jeder Masche nicht anzuziehen. Am dritten Tag darf der Rhythmus gleichmäßiger werden. So versuchen Sie nicht, alles gleichzeitig zu verändern.

Trennen Sie das Übungsstück ruhig wieder auf und stricken Sie es erneut. Das ist kein Rückschritt, sondern spart Material und macht Unterschiede direkt sichtbar. Wenn Ihr zweites oder drittes Quadrat bereits ruhiger aussieht, haben Ihre Hände den neuen Ablauf verstanden. Für viele Strickprojekte reichen diese kurzen Einheiten mehr als lange Übungsabende mit verkrampften Händen.

Wenn das Maschenbild trotz Übung unruhig bleibt

Bei rechten und linken Maschen kann das Strickbild unterschiedlich wirken. Linke Maschen fallen optisch oft etwas lockerer aus, besonders wenn Sie zwischen den Maschen den Faden zu weit bewegen. Das lässt sich mit Übung verbessern, muss aber nicht vollständig verschwinden. Bei Strukturmustern, Rippen oder kraus rechts gehören leichte Unterschiede oft zum Charakter des Musters.

Prüfen Sie außerdem, ob Sie an Übergängen anders stricken: etwa am Reihenanfang, beim Farbwechsel oder nachdem Sie den Faden neu angesetzt haben. Genau dort entstehen häufig lockere Maschen. Halten Sie den Arbeitsfaden am Übergang für die ersten zwei Maschen etwas bewusster, aber ohne ihn festzuziehen.

Waschen und vorsichtiges Spannen können ein fertiges Strickstück zusätzlich beruhigen. Das gilt vor allem für Wolle und Mischgarne. Bei Baumwolle ist der Effekt kleiner, da sie weniger elastisch ist. Rechnen Sie deshalb nicht damit, dass Pflege ein sehr ungleichmäßiges Strickbild vollständig korrigiert - sie kann aber feine Unterschiede deutlich mildern.

Legen Sie Ihr nächstes Projekt nicht erst zur Seite, bis jede Masche perfekt aussieht. Wählen Sie ein Garn, das angenehm durch die Hände läuft, stricken Sie in kleinen Etappen und geben Sie Ihren Händen Zeit. Mit jedem einfachen Topflappen, Schal oder Babyteil wird der Rhythmus sicherer - und die Maschen werden fast nebenbei gleichmäßiger.

 
 
 

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