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Borte fürs Dirndl selber nähen: So geht's

Eine schlichte Borte verändert ein Dirndl oft stärker als ein neuer Stoff: Sie rahmt den Ausschnitt, betont die Taille oder gibt der Schürze einen sauberen Abschluss. Wer eine Borte fürs Dirndl selber nähen möchte, braucht dafür keine Profiwerkstatt. Mit passendem Band, einer sorgfältig gemessenen Länge und wenigen ruhigen Nähten gelingt die Verzierung auch bei einem vorhandenen Dirndl.

Der wichtigste Grundsatz: Die Borte soll das Dirndl ergänzen, nicht mit dem Stoff konkurrieren. Gerade bei gemusterten Stoffen wirkt ein einfarbiges Webband oder eine feine Spitzenborte meist besser als ein sehr breites, stark verziertes Modell. Bei einem schlichten Dirndl darf die Borte dagegen ruhig Farbe, Glanz oder Struktur mitbringen.

Welche Borte passt zu welchem Dirndl?

Für den Ausschnitt sind schmale Borten von etwa 8 bis 20 Millimetern praktisch. Sie lassen sich gut um Rundungen legen und wirken nicht zu schwer. Webband, Satinband oder eine feste Zierborte eignen sich hier besonders gut. Spitze passt ebenfalls, sollte aber nicht so weich sein, dass sie beim Nähen ungleichmäßig nachgibt.

Am Rocksaum darf die Borte breiter ausfallen. Eine 25 bis 50 Millimeter breite Spitzen-, Jacquard- oder Webbandborte setzt dort einen sichtbaren Akzent. Bei einem Alltagsdirndl ist eine waschbare, formstabile Borte die unkompliziertere Wahl. Für festliche Anlässe darf es auch eine Borte mit feinem Glanz oder dezenter Stickerei sein.

Für die Schürze gilt: Weniger ist oft mehr. Eine schmale Borte entlang der unteren Kante oder ein passendes Band an den Schürzenbändern wirkt ordentlich und lässt die Schürze trotzdem leicht aussehen. Wenn das Dirndl bereits einen auffälligen Ausschnitt und einen gemusterten Rock hat, reicht eine dezente Schürzenkante völlig aus.

Achten Sie beim Einkauf nicht nur auf die Optik, sondern auch auf die Pflege. Baumwollborten passen gut zu Baumwoll- oder Leinenstoffen. Satin kann auf rustikalem Stoff schnell sehr glänzend wirken. Polyesterborten sind oft günstig, farbstabil und pflegeleicht, sollten aber beim Bügeln nur mit niedriger Temperatur behandelt werden.

Borte fürs Dirndl selber nähen: Das brauchen Sie

Legen Sie alle Materialien bereit, bevor Sie anfangen. Das spart Zeit und verhindert, dass eine Borte mitten im Projekt fehlt. Für ein sauberes Ergebnis genügen meist diese Dinge:

  • Borte oder Band in ausreichender Länge

  • passendes Nähgarn, möglichst nahe an Borte oder Dirndlstoff

  • Maßband, Schneiderkreide oder ein wasserlöslicher Markierstift

  • Stoffklammern oder feine Stecknadeln

  • Stoffschere und eine gut eingestellte Nähmaschine

  • Bügeleisen und ein dünnes Bügeltuch

Bei Borten mit empfindlichen Kanten sind Stoffklammern oft besser als Nadeln. Sie hinterlassen keine Löcher und halten das Band gleichmäßig fest. Für feine Spitze kann ein transparenter Nähfuß hilfreich sein, zwingend nötig ist er aber nicht.

Die richtige Menge berechnen

Messen Sie die Stelle, an der die Borte sitzen soll, direkt am Dirndl. Für gerade Kanten wie Schürzensaum oder Rocksaum geben Sie auf beiden Seiten je 1 bis 2 Zentimeter Zugabe dazu. Diese Zugabe brauchen Sie zum sauberen Einschlagen oder für eine kleine Überlappung.

Bei einem runden Ausschnitt messen Sie entlang der tatsächlichen Nahtlinie, nicht gerade von Punkt zu Punkt. Legen Sie das Maßband dabei flach auf den Stoff. Rechnen Sie zusätzlich 3 bis 5 Zentimeter Reserve ein. Eine zu kurze Borte lässt sich nicht unauffällig verlängern, ein kleiner Rest ist dagegen für Schleifen, Haarspangen oder spätere Ausbesserungen nützlich.

Kaufen Sie bei gemusterten Borten lieber etwas großzügiger. Das Muster soll am Anfang und Ende möglichst passend abschließen. Besonders bei Blüten, Rauten oder Bordüren sieht ein willkürlicher Anschnitt schnell unruhig aus.

Vorbereiten: Waschen, bügeln, feststecken

Viele Stoffe und Borten laufen beim ersten Waschen leicht ein. Wenn das Dirndl später waschbar sein soll, empfiehlt es sich, die Borte vor dem Annähen nach Pflegehinweis zu waschen oder zumindest mit Dampf vorzubügeln. So bleibt der Abschluss nach der ersten Wäsche eher glatt.

Bügeln Sie die Borte vorsichtig vor und schneiden Sie sie erst danach auf die endgültige Länge. Fransen die Schnittkanten stark aus, können Sie sie knapp nach innen einschlagen. Bei Synthetikborten hilft es manchmal, die Schnittkante sehr vorsichtig mit wenig Hitze zu versiegeln. Testen Sie das unbedingt an einem Reststück, denn manche Materialien schmelzen sofort.

Stecken Sie die Borte zunächst nur fest und betrachten Sie das Dirndl aus etwas Abstand. Sitzt sie am Ausschnitt gleichmäßig? Verläuft sie am Saum parallel? Dieser kleine Kontrollblick verhindert viele Korrekturen. Bei Rundungen setzen Sie die Klammern oder Nadeln enger, damit sich keine Wellen bilden.

So nähen Sie Borten am Ausschnitt an

Ein Dirndlausschnitt ist meist leicht gebogen. Hier kommt es weniger auf Geschwindigkeit als auf gleichmäßiges Führen an. Legen Sie die Borte so auf, dass sie die gewünschte Kante knapp überdeckt. Bei einer Borte mit schöner Webkante darf diese sichtbar bleiben, bei einem einfachen Band wird die Kante sauber eingeschlagen.

Nähen Sie zuerst eine Seite der Borte mit einem geraden Stich fest. Eine mittlere Stichlänge von etwa 2,5 Millimetern funktioniert bei den meisten Stoffen gut. Stoppen Sie in den Kurven regelmäßig mit abgesenkter Nadel, heben Sie den Nähfuß an und drehen Sie Stoff und Borte ein kleines Stück weiter. Ziehen Sie nie an der Borte, sonst wird der Ausschnitt verzogen.

Danach nähen Sie die zweite Längskante fest. Kontrollieren Sie zwischendurch die Rückseite: Der Stoff darf keine Falten werfen und die Naht sollte nicht neben der Borte verlaufen. Bei sehr schmalem Band genügt manchmal eine mittige Naht. Zwei Kanten-Nähte halten jedoch besser und sehen meist ordentlicher aus.

An den Enden schlagen Sie die Borte etwa 1 Zentimeter nach innen. Nähen Sie langsam darüber und verriegeln Sie die Naht. Offene, ausgefranste Enden gehören nicht an einen Dirndlausschnitt, denn dort fallen sie sofort auf.

Rocksaum und Schürze sauber verzieren

Am Rocksaum lässt sich die Borte besonders einfach annähen, wenn das Dirndl flach liegt. Beginnen Sie an einer unauffälligen Stelle, etwa an einer Seitennaht oder hinten in der Mitte. Schlagen Sie das Anfangsende nach innen, nähen Sie die obere Kante rundherum fest und prüfen Sie kurz vor dem Ende, ob das Muster gut aufeinandertrifft.

Nun überlappen Sie die Enden knapp oder legen sie Kante auf Kante, je nachdem, wie die Borte aussieht. Bei dickeren Web- oder Jacquardbändern wirkt eine flache Überlappung häufig sauberer als ein doppelter Einschlag. Anschließend nähen Sie die untere Kante fest. So bleibt das Band auch beim Sitzen, Tanzen und Waschen in Form.

Bei einer Schürze können Sie die Borte direkt auf den Saum nähen oder knapp oberhalb der Kante platzieren. Direkt an der Kante wirkt klassisch, etwas höher gesetzt eher dekorativ. Dünne Schürzenstoffe brauchen eine feine Nadel und wenig Fadenspannung, damit die Naht nicht kräuselt.

Typische Fehler und schnelle Lösungen

Wenn sich der Stoff neben der Borte wellt, war die Fadenspannung oft zu hoch oder die Borte wurde beim Nähen gedehnt. Trennen Sie nur den betroffenen Abschnitt auf, bügeln Sie den Stoff glatt und nähen Sie langsamer neu. Bei sehr dünnem Stoff kann ein kleines Stück ausreißbares Stickvlies unter dem Bereich helfen.

Steht die Borte an den Rundungen ab, fehlen meist kleine Anpassungen in der Kurve. Setzen Sie die Befestigungspunkte enger und formen Sie die Borte Stück für Stück. Breite, feste Borten eignen sich nicht für enge Rundungen - hier ist eine schmalere Variante die bessere Entscheidung.

Sind die Nähte sichtbar, wählen Sie beim nächsten Mal ein Garn in Bortenfarbe statt in Stofffarbe. Bei einer dunklen Borte auf hellem Dirndlstoff verschwindet die Naht so deutlich besser. Testen Sie Stich, Fadenspannung und Garnfarbe immer an einem Stoffrest, bevor Sie am Dirndl beginnen.

Eine selbst angenähte Borte muss nicht perfekt geschniegelt aussehen, aber sie sollte gerade sitzen, gut halten und zum Stil des Dirndls passen. Mit preiswertem Band und etwas Geduld bekommt auch ein älteres Dirndl einen frischen, persönlichen Look - und der nächste Wiesn- oder Festtermin kann kommen.

 
 
 

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